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Ich
über mich...
Die
meisten Ereignisse meiner Kindheit - an die ich mich wirklich gut
erinnere - sind durch die Nachkriegszeit geprägt.
In fast jeder
Beziehung herrschte Mangel: Brot, Kartoffeln oder gar Zucker waren
Kostbarkeiten; in Dämmer- oder Abendstunden ein Buch zu lesen, hieß,
einer Ruß und Gestank verströmenden Petroleumlampe ausgeliefert zu
sein;
an eisigen Wintertagen in dünnen Schuhen und schrecklich
kratzenden, langen Strümpfen weite Fußmärsche durch die Ruinen meiner
Heimatstadt Dresden machen zu müssen, weil Stromsperren die
Straßenbahnen am Fahren hinderten,
all’ das war damals völlig “normal”.
Man könnte denken, dass so
entbehrungsreiche Jahre nicht zu den besten
im eigenen Lebenslauf
rechnen.
Doch eben diese Jahre - von 1945 bis
weit in “die Fünfziger” hinein bezeichne ich als die wunderbarsten
meines Lebens, denn ich bekam mit dem Beginn des Friedens meine Eltern zurück!

Ich wuchs in den ersten sieben
Lebensjahren bei Pflegeeltern und Familienangehörigen auf, ohne zu
erfahren, wo
meine Eltern waren. Dann - mit der Befreiung vom Faschismus
- öffneten sich für sie wie für viele andere Antifaschisten
die
Türen der Nazi-Kerker. Damit begann unser gemeinsames Leben!
Kälte und Dunkelheit konnten mir wenig anhaben, denn meine Eltern
beschenkten mich mit dem Reichtum ihrer Liebe und Wärme und lehrten
mich, die Schätze
ihrer Phantasie in Besitz zu nehmen.

meine Eltern - Ilse und Vilmos Korn
Mit
dem Ende meiner Schulzeit
(Abitur-
1957) - hieß es, von der Kindheit
endgültig
Abschied zu nehmen.
Die
wichtigsten Daten und Ereignisse meines
weiteren Lebens sind -
weitgehend chronologisch - aufgelistet.

| Mein
Studium der Theaterwissenschaft begann und endete in Leipzig
an der Theaterhochschule |
1957
- 1961
|
| Ich heiratete
und trennte mich wieder |
1961
/ 1975 |
|
Meine
Tochter Katja wurde 1962, mein Sohn Oliver 1970, geboren
|
| mein Vater Vilmos Korn verstarb |
1970 |
| nur kurze Zeit später starb meine Mutter, Ilse
Korn |
1975 |
| meine Berufstätigkeit als Dramaturgin begann nach
mehreren Praktika an Theatern in der Hörspielabteilung
des Rundfunks der DDR. |
1961 |
| in der Redaktion Kinderradio arbeitete ich als
Redakteurin und konzipierte eine eigene Sendereihe mit dem Titel
"Ole Bole erzählt Märchen aus aller Welt", die ich
12 Jahre dramaturgisch betreute. Sie wurde einmal wöchentlich
ausgestrahlt. |
ab 1966 |
| Ich verließ den Rundfunk auf eigenen Wunsch (vor
der Wende!), um zu schreiben und als Erzählerin zu arbeiten.
Mit diesem "Nebenberuf" hatte
ich übrigens bereits als Studentin in Leipzig begonnen. Ich
erinnere mich an das wahnsinnige Lampenfieber, das mich damals
befiel, als ich in einem
halbdunklen Saal stand und erst nach und nach bemerkte, dass da
etwa
100 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren saßen! Aber sie
hörten erstaunlicherweise bis zum Schluss zu... Das liegt jetzt
runde 45 Jahre zurück! |
1989 |

Während
aller Jahre - seit 1961 - habe ich “neben” meiner Tätigkeit im
Rundfunk in Kinderbibliotheken,
Schulen und Freizeiteinrichtungen Märchen und
Mythen erzählt, ebenso Erzählungen oder Theaterstücke berühmter
Dichter und Schriftsteller aus der
Vergangenheit:
Shakespeare,
Puschkin, Schiller und
Goethe, Theodor Storm oder Gottfried Keller,
Heinrich Heine; Alexander
Grin, Maxim Gorki oder Erich Kästner.
Die
Nachfrage aus den Schulen
war riesig, nur meine “freie” Zeit war sehr begrenzt. Der
Wunsch,
endlich freiberuflich zu arbeiten, wurden von der WENDE über
den Haufen geworfen. Statt neuer Bibliotheken
aus den neuen
Stadtteilen Berlins lernte ich erstmals ein Arbeitsamt kennen! Im
Zeitraum von 1990
- 2000 war ich
6 Jahre arbeitslos, dazwischen, mehrmals, als
ABM-Kraft tätig. u. a, im Jahr: 1995
- 96 in der Neuen Gesellschaft für Literatur e. V. , als
Mitarbeiterin von Dr. Horst-Dieter Klock,
der 1990 die BERLINER
MÄRCHENTAGE ins Leben gerufen hatte.
Mein
Lebenslauf endet - vorerst - mit der Benennung des schönsten
Augenblicks während der letzten 14 Jahre:
Es war im Herbst 2001,
während der 12. BERLINER
MÄRCHENTAGE. Da stand ich zum ersten Mal wieder in der traditionsreichen
Tadshikischen Teestube im Palais am Festungsgraben,
um “Märchen aus dem Morgenland”
zu erzählen.

Palais am Festungsgraben -
ehemals Haus der deutsch-sowjetischen Freundschaft
In diesem
Haus hatte ich in Berlin meine “ersten Schritte” als Erzählerin
getan. In den
Jahren von
1962 bis 1989 fanden einige hundert meiner Märchenveranstaltungen
für Kinder und junge Leute statt,
einige sogar zusammen
mit meiner Mutter, Ilse Korn.
So rundet sich der Bogen
zwischen drei Generationen, den drei
m a e r c h e n f r a u e n :
Ilse K o r n
-
Nina Madlen K o r n - Katja P o p o w
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Seit
November
2001 - gibt es in der
Tadshikischen
Teestube
- von September bis Mai -
immer montags eine
“
märchenhafte Teestunde”.
Im
Wechsel erzählen hier meine
Tochter Katja Popow und ich:
MÄRCHEN AUS ALLEN WELTEN
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weiter zu den Angeboten für Kinder - und denen für "erwachsenes Publikum"
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