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Nina Korn im Interview - podcast 1  und  podcast 2



Ich über mich...

Die meisten Ereignisse meiner Kindheit - an die ich mich wirklich gut erinnere - sind durch die Nachkriegszeit geprägt. 
In fast jeder Beziehung herrschte Mangel: Brot, Kartoffeln oder gar Zucker waren Kostbarkeiten; in Dämmer- oder Abendstunden ein Buch zu lesen, hieß, einer Ruß und Gestank verströmenden Petroleumlampe ausgeliefert zu sein; 
an eisigen Wintertagen in dünnen Schuhen und schrecklich kratzenden, langen Strümpfen weite Fußmärsche durch die Ruinen meiner Heimatstadt Dresden machen zu müssen, weil Stromsperren die Straßenbahnen am Fahren hinderten, 
all’ das war damals völlig “normal”.
Man könnte denken, dass so entbehrungsreiche Jahre nicht zu den besten 
im eigenen Lebenslauf rechnen.

Doch eben diese Jahre - von 1945 bis weit in “die Fünfziger” hinein bezeichne ich als die wunderbarsten meines Lebens, denn ich bekam mit dem Beginn des Friedens meine Eltern zurück!

Ich wuchs in den ersten sieben Lebensjahren bei Pflegeeltern und Familienangehörigen auf, ohne zu erfahren, wo 
meine Eltern waren. Dann - mit der Befreiung vom Faschismus - öffneten sich für sie wie für viele andere Antifaschisten 
die Türen der Nazi-Kerker. Damit begann unser gemeinsames Leben! Kälte und Dunkelheit konnten mir wenig anhaben, denn meine Eltern beschenkten mich mit dem Reichtum ihrer Liebe und Wärme und lehrten mich, die Schätze 
ihrer Phantasie in Besitz zu nehmen.

meine Eltern - Ilse und Vilmos Korn

 

Mit dem Ende meiner Schulzeit (Abitur- 1957) - hieß es, von der Kindheit endgültig Abschied zu nehmen.
Die wichtigsten Daten und Ereignisse meines weiteren Lebens sind - weitgehend chronologisch - aufgelistet.

  

Mein Studium der Theaterwissenschaft begann und endete in Leipzig an der Theaterhochschule

1957 - 1961

Ich heiratete und trennte mich wieder 1961 / 1975

Meine Tochter Katja wurde 1962, mein Sohn Oliver 1970, geboren

mein Vater Vilmos Korn verstarb 1970
nur kurze Zeit später starb meine Mutter, Ilse Korn 1975
meine Berufstätigkeit als Dramaturgin begann nach mehreren Praktika an Theatern  in der Hörspielabteilung des Rundfunks der DDR. 1961
in der Redaktion Kinderradio arbeitete ich als Redakteurin und konzipierte eine eigene Sendereihe mit dem Titel "Ole Bole erzählt Märchen aus aller Welt", die ich 12 Jahre dramaturgisch betreute. Sie wurde einmal wöchentlich ausgestrahlt. ab 1966
Ich verließ den Rundfunk auf eigenen Wunsch (vor der Wende!), um zu schreiben und als Erzählerin zu arbeiten. Mit diesem "Nebenberuf" hatte ich übrigens bereits als Studentin in Leipzig begonnen. Ich erinnere mich an das wahnsinnige Lampenfieber, das mich damals befiel, als ich in einem halbdunklen Saal stand und erst nach und nach bemerkte, dass da etwa 100 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren saßen! Aber sie hörten erstaunlicherweise bis zum Schluss zu... Das liegt jetzt runde 45 Jahre zurück! 1989

Während aller Jahre - seit 1961 - habe ich “neben” meiner Tätigkeit im Rundfunk in Kinderbibliotheken, Schulen und Freizeiteinrichtungen Märchen und Mythen erzählt, ebenso Erzählungen oder Theaterstücke berühmter Dichter und Schriftsteller aus der Vergangenheit:

   Shakespeare, Puschkin, Schiller und Goethe, Theodor Storm oder Gottfried Keller,

     Heinrich Heine; Alexander Grin, Maxim Gorki oder Erich Kästner.
 

Die Nachfrage aus den Schulen war riesig, nur meine “freie” Zeit war sehr begrenzt. Der Wunsch, 
endlich freiberuflich zu arbeiten, wurden von der WENDE
über den Haufen geworfen. Statt neuer Bibliotheken
aus den neuen Stadtteilen Berlins lernte ich erstmals ein Arbeitsamt kennen! Im Zeitraum von
1990 - 2000 war ich 
6 Jahre arbeitslos, dazwischen, mehrmals, als ABM-Kraft tätig. u. a, im Jahr:
1995 - 96 in der Neuen Gesellschaft für Literatur e. V. , als Mitarbeiterin von Dr. Horst-Dieter Klock, 
der 1990 die BERLINER MÄRCHENTAGE ins Leben gerufen hatte.

Mein Lebenslauf endet - vorerst - mit der Benennung des schönsten Augenblicks während der letzten 14 Jahre: 
Es war im Herbst 2001, während der
12. BERLINER MÄRCHENTAGE. Da stand ich zum ersten Mal wieder in der traditionsreichen Tadshikischen Teestube im Palais am Festungsgraben, 
um “Märchen aus dem Morgenland” zu erzählen.


Palais am Festungsgraben - ehemals Haus der deutsch-sowjetischen Freundschaft
 

In diesem Haus hatte ich in Berlin meine “ersten Schritte” als Erzählerin getan. In den Jahren von 
1962 bis 1989 fanden einige hundert meiner
Märchenveranstaltungen für Kinder und junge Leute statt, 
einige sogar
zusammen mit meiner Mutter, Ilse Korn.

So rundet sich der Bogen zwischen drei Generationen, den drei m a e r c h e n f r a u e n :

 Ilse K o r n - Nina Madlen K o r n - Katja P o p o w

Seit November 2001 - gibt es in der

 Tadshikischen Teestube

- von September bis Mai -

immer montags eine

märchenhafte Teestunde”.

Im Wechsel erzählen hier meine 
Tochter Katja Popow und ich:

MÄRCHEN AUS ALLEN WELTEN


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